A40 in der Siedlung des Hagener Impulses Samstag, 26. Mai 2007, 17.20 - 17.50 Uhr. Freitag, 27. April 2007
Familie vom Sondern lebt in einem Denkmal: Das Milly-Steger-Atelier gehört zur Künstlerkolonie „Am Stirnband“. Die 5-köpfige Familie macht das Denkmal lebendig. Hier leben Menschen in einem Umfeld, das Kunst in den Alltag holt. Es ist eine Perle am Rande des Ruhrgebietes, das zeigt, dass es auch schon vor knapp 100 Jahren Formen des Strukturwandels im industrialisierten Ruhrgebiet gegeben hat.
Hagener Impuls durch Karl Ernst Osthaus
Karl Ernst Osthaus, wohlhabender Bankierserbe und großer Hagener Kunstmäzen. Er wollte seiner Heimat ein einzigartiges Architekturensemble schenken. So entstanden die Künstlerkolonie Stirnband und sein eigenes Wohnhaus, der Hohenhof. Der ging in die Kunstgeschichte ein, gilt als Höhepunkt des sogenannten „Hagener Impulses“.
Karl Ernst Osthaus ließ sein Wohnhaus 1908 von Henry van de Velde planen. Das Besondere: Es war das erste Gebäude in Deutschland, das konsequent im Jugendstil gebaut wurde. Und auch Ansätze des späteren Bauhaus finden sich hier. Der Hohenhof ist Architektur als Gesamtkunstwerk. Henry van de Velde plante auch die Inneneinrichtung. Besonders deutlich wird das im Arbeitszimmer. Bis hin zur Deckenmalerei ist alles aus einem Guss.
Die Kunst reicht hinein in den Alltag. Osthaus' Ziel: Die Schönheit sollte "wieder zur herrschenden Macht im Leben“ werden. Bis zu Osthaus' Tod 1921 war Hagen das Zentrum der Moderne in Deutschland. Hier lebten und arbeiteten Künstler von Weltruf. Hier lebte auch die damals noch weitgehend unbekannte Bildhauerin Milly Steeger. Ihr Atelier ist eines von 9 Häusern der Künstlerkolonie Stirnband, die Osthaus bauen ließ. Sie sind im Kleinen, was der Hohenhof im Großen ist: Gesamtkunstwerke, in denen vor knapp hundert Jahren Europas Kunstavantgarde gewirkt hat.